Der Weihnachtsfestkreis

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Von der Geburt bis zur Taufe des Herrn

Es ist die kürzeste liturgische Zeit und zugleich die feierlichste: sie erstreckt sich zwischen zwei Festen, der Geburt des Herrn und der Taufe des Herrn. Dazwischen liegen viele einzelne Feste, die die verschiedenen Aspekte des Mysteriums hervorheben: das Fest der Unschuldigen Kinder am 27. Dezember, das Hochfest der Gottesmutter Maria am 1. Januar, das Fest der Heiligen Familie, das Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar, ... die liturgische Farbe ist  weiß oder sogar gold.

 

 

Für die ersten Christen gab es nur ein einziges Fest, Ostern. Man begann erst im 4. Jh. das Kommen des Herrn zu den Menschen zu feiern, und das eher aus pastoralen als aus theologischen Gründen: es ging darum, dem heidnischen Fest der Wintersonnenwende eine christliche Feier entgegenzustellen, und speziell in Rom die Verehrung des Sol Invictus (der siegreichen Sonne) durch die Feier der "Sonne der Gerechtigkeit", die aufgehen wird und deren Flügel Heilung bringen (vgl. Mal 3,20), zu ersetzen. Doch da der Kontext des heidnischen Brauchs dazu einlud, eine Geburt zu feiern, war es der Geburtstag Jesu, dessen gedacht wurde mit der Bewusstmachung der Geschehnisse, wie sie Lukas berichtet: der Weg nach bethlehem, die Krippe, die Kundmachung der Hirten. Seit dem 5. Jh. jedoch legten die Predigten des heiligen Papstes Leo des Großen den Akzent auf ein Mysterium, das auch Weihnachten ist, die Erscheinung des Herrn im Fleisch und der Beginn des Heils: "Das göttliche Wort, Gott, Sohn Gottes, der von Anbeginn an bei Gott war, ist, um schließlich den Menschen vom ewigen Tod zu erlösen, selbst Mensch geworden ... die unverletzliche Natur hat sich mit derjenigen verbunden, die leiden kann, der wahre Gott und der wahrhaftige Mensch haben sich verbunden, um den einzigen Herrn zu bilden, un ein einziger Mittler konnte, wie es nötig war, um uns zu heilen, sterben einer seiner Naturen nach und nach der anderen auferstehen" (vgl. Serm. XXI).

 

Die liturigsche Feier von Weihnachten ist auch dadurch charakterisiert, dass sie drei Messen inerhalb eines Tages ermöglicht, die sich auf verschiedene texte begründen, einzig in der latinischen Liturgie; sie erlauben es, in der Nacht, bei der Morgenröte und am Mittag die verschiedenen Facetten des Mysteriums zu feiern. Danach folgt wie auf Ostern eine Oktavwoche, die mit dem Hochfest der Gottesmutter Maria schließt.

 

In Parallele dazu feierte der Osten am 6. Januar die Erscheinung des Herrn; dieses Fest deckt nach dem griechischen Wort Epiphanie nicht nur die Erscheinung Jesu im Fleisch auf, sondern auch die ersten Zeugnisse seiner Herrlichkeit: die Verehrung durch die Weisen, die Taufe im Jordan, die Zeichen der Hochzeit zu Kana.

 

Als dieses Fest durch die Liturgie des Westens übernommen wurde gegen Ende des 4. Jh.s, wurde als zentrales Element die Anbetung durch die Weisen herausgegriffen, also die Erscheinung des Herrn gegenüber den Heiden. In Deutschland wird es am 6. Januar gefeiert. Die Taufe des Herrn hat einen eigenen Festtag, den auf den 6. Januar folgenden Sonntag; dieses Fest beschließt sogleich den Festkreis. Doch sollte man die Einheit dieser Feste im Gedächtnis bewahren, wie es beispielsweise eine Antiphon zum Benedictus verdeutlicht: "Heute verbindet sich die Kirche mit ihrem himmlischen Bräutigam, weil Christus im Jordan seine Sünden abgewaschen hat; die Weisen kommen herbei mit Geschenken zur königlichen Hochzeit und die geladenen Gäste freuen sich darüber, das in Wein verwandelte Wasser zu sehen."

 

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